Etwas über den Neckar!
Der Neckar ist ein 367 km langer Nebenfluss des Rheins in Deutschland, der überwiegend in Baden-Württemberg verläuft und in seinem Unterlauf auf einem kurzen Streckenabschnitt die Landesgrenze mit Hessen bildet. Der mittlere Abfluss an der Mündung beträgt 145 m³/s, womit der Neckar nach Aare, Mosel und Main der viertgrößte Nebenfluss des Rheins und der zehntgrößte Deutschlands ist.
Er entspringt im Naturschutzgebiet Schwenninger Moos bei Villingen-Schwenningen auf 706 m Meereshöhe und mündet bei Mannheim in den Rhein (95 m). Der Neckar ist von Plochingen bis Mannheim schiffbar und damit neben dem Rhein und dem Main bei Wertheim eine von drei in Baden-Württemberg gelegenen Bundeswasserstraßen. Neckarhäfen gibt es in Plochingen, Stuttgart, Heilbronn und Mannheim.
Der Name Neckar ist keltischen Ursprungs und bedeutet wildes Wasser oder wilder Geselle. Er stammt dem ureuropäischen Wort nik ab, welches losstürmen bedeutet. Die Entwicklung des Namens beginnt zu vorchristlicher Zeit mit der Bezeichnung Nikros, welche über Nicarus und Neccarus zu Necker und letztendlich zum heutigen Neckar wurde.
Das Quellgebiet des Neckars liegt im Schwenninger Moos zwischen Villingen und Schwenningen. Seine „offizielle“ Quelle liegt im Stadtpark Möglingshöhe in Schwenningen. Bis kurz vor Rottweil ist der Neckar bloß ein kleiner Bach auf der Hochebene der Baar.
Erst nach dem Zufluss der erheblich stärker wasserführenden Eschach wird er zum Fluss. Zugleich tritt er für die nächsten 80 km in ein enges, waldreiches Tal ein, er bahnt sich hier, zwischen den Höhenzügen des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb, einen Weg nach Norden. Bei Horb weicht er vor der Gäuplatte nach Nordosten aus und fließt parallel zum Albtrauf weiter. Bei Rottenburg tritt er in die Tübinger Talweitung ein. Hinter Tübingen verengt sich das Tal wieder.
Bei Plochingen macht der Neckar an der Mündung der rechts von der Alb herkommenden Fils einen scharfen Knick nach Nordwesten („Neckarknie“). Ab hier wird er auch schiffbar. Hinter Stuttgart dreht er nach Norden. Er nimmt nun in einem kurvenreichen und engen Talabschnitt durch den Landkreis Ludwigsburg nacheinander von rechts die Wasser der Rems bei Remseck, der Murr nördlich von Marbach, dann bei Besigheim von links die der Enz auf und gewinnt dabei sehr an Breite. Im Unterland um Heilbronn dann durchläuft er wieder in breiter Aue eine offene Landschaft. Bei Lauffen mündet links die Zaber in den Neckar. Bei Bad Friedrichshall fließt ihm dann von rechts zuerst der Kocher und wenig später die Jagst zu. Schließlich tritt er zwischen Bad Wimpfen und Mosbach in den Odenwald ein, wo erneut hohe, bewaldete Hänge seine Ufer säumen. Der Flusslauf beschreibt nun einen großen, nach Norden gerichteten Bogen; nach dessen Gipfelpunkt bei Eberbach tritt er bei Hirschhorn kurz auf hessisches Gebiet über und bildet anschließend bis Neckarsteinach ungefähr die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Anschließend erreicht der Neckar Heidelberg, hier verlässt er den Odenwald und tritt in die Oberrheinische Tiefebene ein. Kurz danach mündet er bei Mannheim in den Rhein.
Der Ur-Neckar entstand als Stufenrandgerinne infolge der allmählichen Heraushebung des Schwarzwaldes und der damit verbundenen erosiven Rückverlegung der Stufen des südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Er floss lange Zeit auf der durch die harten Kalke des Muschelkalks bedingten Hochfläche der verschiedenen Gäulandschaften. Bei Horb wurde der Flusslauf durch die Grabenstruktur des sogenannten Schwäbischen Lineaments, das in etwa parallel zum Stufenrand der Schwäbischen Alb verläuft, nach Nordosten abgelenkt. In der Folge tiefte sich der Neckar in die Muschelkalkhochflächen zwischen Rottweil und Rottenburg sowie in die jüngeren Keuper- und Juraschichten im Nordosten ein und schuf im Bereich der morphologisch harten Kalke und Sandsteine enge Durchbruchstäler. Die Flussvertiefung wurde noch durch das weitere Aufdringen des Schwarzwaldes sowie durch rückschreitende Erosion des von Norden angreifenden jüngeren Neckarlaufs vorangetrieben, der bei Plochingen das Urneckar-System anzapfte (daher das Neckarknie), das über die Urlone noch zur Donau floss. Begünstigend in diesem Flussabschnitt wirkte auch der Schurwaldgraben, eine Randverwerfung des Fildergrabens, die sich als Gewässerleitlinie auswirkte. Der heutige Unterlauf des Neckars war ehemals die Ur-Enz, bevor durch rückschreitende Erosion eines bei Besigheim in die Ur-Enz fließenden Nebenflusses das Fluss-System des Ur-Neckars angezapft wurde. Die Enz wurde dadurch zum Nebenfluss des Neckars[1].
Bis noch etwa vor 2000 Jahren floss der Neckar, durch eine Auelandschaft mit einem Gewirr von Mäandern, Schlingen, Altwässern und verlandeten Armen, am Fuße des Odenwaldes entlang und mündete erst nördlich von Darmstadt bei Trebur (und nicht wie heute bei Mannheim) in den Rhein.
Im Folgenden sind die Zuflüsse des Neckars von der Quelle zur Mündung aufgeführt. Die größten unter ihnen (dem Einzugsgebiet nach) sind Enz, Kocher und Jagst. Der Kocher hat unter ihnen die höchste Wasserführung im Jahresmittel, die Jagst ist am längsten.
- Eschach (linker Zufluss bei Rottweil-Bühlingen, 37 km)
- Prim (rechter Zufluss bei Rottweil, 17 km)
- Schlichem (rechter Zufluss bei Epfendorf, 30 km)
- Glatt (linker Zufluss bei Horb-Neckarhausen, 37 km)
- Eyach (rechter Zufluss bei Bf. Eyach, Gemeinde Starzach, 49,9 km)
- Starzel (rechter Zufluss bei Rottenburg-Bieringen, 30 km)
- Katzenbach (rechter Zufluss bei Rottenburg-Bad Niedernau)
- Steinlach (rechter Zufluss bei Tübingen, ca. 22 km)
- Ammer (linker Zufluss bei Tübingen-Lustnau, ca. 25 km)
- Echaz (rechter Zufluss bei Kirchentellinsfurt, 23 km)
- Erms (rechter Zufluss bei Neckartenzlingen, 31 km)
- Steinach (rechter Zufluss bei Nürtingen, 22 km)
- Aich (linker Zufluss bei Nürtingen-Oberensingen, ca. 25 km)
- Lauter (rechter Zufluss bei Wendlingen, 27,5 km)
- Fils (rechter Zufluss bei Plochingen, 63 km)
- Körsch (linker Zufluss westlich von Deizisau, 26,3 km)
- Nesenbach (linker Zufluss bei Stuttgart-Ost, 12,8 km)
- Rems (rechter Zufluss bei Remseck, 80 km)
- Zipfelbach (rechter Zufluss bei Poppenweiler, ca. 18 km)
- Murr (rechter Zufluss bei Marbach, 54,5 km)
- Enz (linker Zufluss bei Besigheim, 105,3 km)
- Zaber (linker Zufluss bei Lauffen, 22 km)
- Schozach (rechter Zufluss bei Heilbronn-Sontheim, ca. 25 km)
- Lein (linker Zufluss bei Heilbronn-Neckargartach)
- Sulm (rechter Zufluss bei Neckarsulm, 25,3 km)
- Kocher (rechter Zufluss bei Bad Friedrichshall-Kochendorf, 182 km)
- Jagst (rechter Zufluss bei Bad Friedrichshall-Jagstfeld, 203 km)
- Elz (rechter Zufluss bei Mosbach-Neckarelz, 34 km)
- Der Flursbach bei Neckargerach schuf die Margarethenschlucht
- Zufluss durch die Wolfschlucht bei Zwingenberg
- Itter (rechter Zufluss bei Eberbach)
- Laxbach (rechter Zufluss bei Hirschhorn)
- Steinach (rechter Zufluss bei Neckarsteinach, 22 km)
- Elsenz (linker Zufluss bei Neckargemünd, ca. 53 km)
- Kanzelbach (rechter Zufluss bei Ladenburg)
Der Neckar berührt die nachfolgend in der Reihenfolge von der Quelle zur Mündung genannten Landkreise, Städte und Gemeinden:
- Schwarzwald-Baar-Kreis: Villingen-Schwenningen, Dauchingen
- Landkreis Rottweil: Deißlingen, Rottweil, Epfendorf, Oberndorf am Neckar, Sulz am Neckar
- Landkreis Freudenstadt: Horb am Neckar, Eutingen im Gäu (Weitinger Mühle)
- Landkreis Tübingen: Starzach (Ortsteile Börstingen und Sulzau), Rottenburg am Neckar, Tübingen, Kirchentellinsfurt
- Landkreis Reutlingen: Reutlingen (Ortsteile Altenburg, Oferdingen und Mittelstadt), Pliezhausen
- Landkreis Esslingen: Neckartenzlingen, Neckartailfingen, Nürtingen, Oberboihingen, Unterensingen, Wendlingen am Neckar, Köngen, Wernau (Neckar), Plochingen, Deizisau, Altbach, Esslingen am Neckar
- Stuttgart (Stadtkreis), Stadtteile Obertürkheim, Hedelfingen, Wangen, Untertürkheim, Stuttgart-Ost, Bad Cannstatt, Münster, Hofen, Mühlhausen
- Rems-Murr-Kreis: Fellbach (Ortsteil Oeffingen; nur rechtes Neckarufer)
- Landkreis Ludwigsburg: Remseck am Neckar, Ludwigsburg (Ortsteile Poppenweiler, Hoheneck und Neckarweihingen), Marbach am Neckar, Benningen am Neckar, Freiberg am Neckar, Pleidelsheim, Ingersheim, Mundelsheim, Hessigheim, Besigheim, Walheim, Gemmrigheim, Kirchheim am Neckar
- Landkreis Heilbronn: Neckarwestheim, Lauffen am Neckar, Nordheim
- Heilbronn (Stadtkreis)
- Landkreis Heilbronn: Neckarsulm, Untereisesheim, Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Offenau, Bad Rappenau (Ortsteil Heinsheim), Gundelsheim
- Neckar-Odenwald-Kreis: Haßmersheim, Neckarzimmern, Mosbach (Ortsteile Neckarelz und Diedesheim), Obrigheim, Binau, Neckargerach, Zwingenberg
- Rhein-Neckar-Kreis: Eberbach
- Kreis Bergstraße (Hessen): Hirschhorn (Neckar), Neckarsteinach
- Rhein-Neckar-Kreis: Neckargemünd
- Heidelberg (Stadtkreis), Stadtteile Schlierbach, Ziegelhausen, Neuenheim, Altstadt, Bergheim, Wieblingen
- Rhein-Neckar-Kreis: Dossenheim (Ortsteil Schwabenheim), Edingen-Neckarhausen, Ladenburg, Ilvesheim
- Mannheim (Stadtkreis), Stadtteile Seckenheim, Feudenheim, Neuostheim, Oststadt, Neckarstadt-Ost, Innenstadt, Neckarstadt-West, Jungbusch
siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Neckar